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Literarische Phantasien zu: Mussorgsky/Ravel – Pictures At An
Exhibition
00:00 Wir stehen vor einem monumentalen Gebäude, der Eingang im
altgriechischen Stil. Viele Leute strömen hinein, sich angeregt aber angenehm
unterhaltend. Es ist Sommer und die weiblichen Gäste tragen oben
tiefausgeschnittene Kleidung mit großen Hüten, die Männer in dunklen Anzügen
mit Zylindern und Spazierstöcken. Der Eingang ist mit Statuen, wie im alten
Athen, geschmückt.
01:36 Ein großer Vorsaal tut sich vor ihnen auf. Ein Raunen geht
durch die Menge. Einige sind empört, andere beginnen, laut zu sprechen.
Wieder andere sind neugieriger und wollen das Werk genauer unter die Lupe
nehmen, aber die Monumentalität des Werkes lässt sie zurückweichen.
03:53 Man begibt sich durch eine große Tür in den nächsten Saal
und bespricht das bisher Gesehene. Einige sprechen besonders klug, als ob sie
von Kunst etwas verstehen würden.
04:45 Ein Gemälde mit warmen, ruhigen Farben erwartet die
Hereinströmenden. Die Andacht der dargestellten Landschaft zieht alle in das
Bild hinein, als ob sie nicht auf einer Ausstellung, sondern am Ufer eines
kleinen Waldsees in den Alpen spazieren gehen würden, und der Schatten sie
vor der angriffslustigen Sonne schützen wolle, so dass die Frauen sich bei
den Männern einhängen.
09:00 Nachdem alle aus ihren romantischen Träumereien wieder
erwacht sind, wird die Gesellschaft zum nächsten Werk gebeten.
09:32 Wildes, geckes Treiben an einem Waldrand mit
Schmetterlingen, Hasen und Rehen, die sich im Sonnenschein umhertummeln.
10:32 Aber wer hat denn dieses Bild gleich daneben gehängt, das
einem sofort die Ruhe wieder nimmt und den Betrachter in Traurigkeit und
Verzweiflung versinken lässt?
13:08 Eine riesige Burg auf einem Hügel ist zu erkennen, sie
thront und blickt auf alles herab. Aber in ihrem Garten darunter,
umgeben von Bäumen, in einer kleinen
Aue, die von einem gemütlichen Bach durchzogen wird, sieht man die Kinder der
Burgherren „Blinde Kuh“ spielen.
14:54 Ein General auf seinem Schlachtross betrachtet das unter
ihm ablaufende Gemetzel mit Genugtuung, kleine Trompeter blasen zum Angriff,
Kanonen feuern, Menschen fallen, Fahnen fliegen.
17:00 Ein futuristisches Werk führt uns in die Sterne. Die
Menschheit erobert den Weltraum und fliegt an anderen Sonnen und Planeten
vorbei, wobei fremdartige, freundliche Wesen dem irdischen Flugobjekt
nachwinken.
18:24 „Friedhof bei Nacht“, der Name dieser Darstellung, erinnert
uns ganz entgegen die christliche Traumwelt, wie schrecklich der Tod und das
Leben der unbefriedigten Seelen ist, einige schwirren wild herum, andere
tragen schwere Ketten ihrer eigenen Gefängnisse mit sich herum, aber keines
der Gespenster blickt nach oben oder unten, als ob es so etwas wie Himmel und
Hölle überhaupt nicht gäbe.
21:52 Die Französische Revolution, der König wird von
Uniformierten zu seiner Hinrichtung geführt. Das einfache Volk jubelt, als ob
es die Schrecklichkeit der Wahrheit greifbar fühlen könnte. Die Handlanger
des entthronten Herrschers stehen an der Seite und schauen dem grausamen
Spiele zu. Wer ist wohl der nächste unter ihnen. Wieder hören wir das Volk,
das alles Leiden und Jammern übertönt, zu lange hatte es gelitten, um jetzt
einfach ruhig zusehen zu können.
25:18 Die große Halle wird verlassen, alle stehen unter dem
Eindruck der Werke, auch der letzte Ungläubige, der dachte, dass ihn das Kalt
ließe, hatte seinen Hut abgenommen und suchte nun den Arm seiner Begleiterin,
um sich selbst zu stützen.
26:28 Ein älterer Herr hatte unbemerkt sein Taschentuch
herausgezogen, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen, obwohl es in der
Halle eigentlich nicht gerade warm war.
27:02 Aber die Pracht des Gebäudes übertönt alle Gefühle.
27:40 Mit erhobenem Gemüt strömen die Besucher wieder ins Freie.
Draußen scheint die Sonne ihnen ins Gesicht, die Abenteuerreise durch Zeiten
und Eindrücke ist zu Ende.
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Pictures At An Exhibition ---Konzertaufnahme------
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Montag, 27. April 2015
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